Projektidee zum Bilderbuch "Die ganze Welt"

„Die ganze Welt in einem Bilderbuch. (…) Figuren aus Pappmaché begegnen Malereien, Fotos treten mit Kinderzeichnungen in einen Dialog. Strukturen, Figuren, Motive bilden Ordnungssysteme. Blicke werden gelenkt, Assoziationen entzündet. Die ganze Welt als lustvolle Schule des Sehens.“

Zitat aus der Jury-Begründung zum Deutschen Jugendliteraturpreis 2002

Eine eigene Welt-Collage zusammen zu stellen und neue Sinnzusammenhänge zu finden, liegt in der Absicht der Bilderbuchmacher. Es geht also um nicht mehr und nicht weniger als eine eigene Welt-Ordnung und das für Kinder ab 2!

Das folgende Konzept wurde mit Kindergartenkindern und Kindern von 1. Klassen erprobt. Das Herstellen eines Bild-Dominos ist selbstverständlich nur eine adäquate Möglichkeit, dem assoziativen Aufbau des Buches zu folgen. Material

  • 4 x 4 vorbereitete Gruppen-Kärtchen in den Farben rot, gelb, blau, grün
  • Illustrierte, Scheren, Klebestifte
    4 quadratische Schablonen, die an allen vier Seiten ca. 1 cm kleiner sein müssen als die spätere Dominostein-Hälfte
  • 40 vorbereitete leere „Dominosteine“, d.h. Kartonstreifen in der Größe
    des aufgeschlagenen Buches mit einem Trennstrich in der Mitte

Einstieg
Der Zugang erfolgt über die Farben. Im Stuhlkreis liegt auf jedem Platz ein Farben-Kärtchen. Nach einer Begrüßungsrunde, in der die Kinder noch ein Ding mit „ihrer“ Farbe nennen können, setzen sie sich in Farbgruppen zusammen.

Bucheinführung in Arbeitsgruppen
Jede Gruppe bekommt ein Exemplar des Buches und den Auftrag, nach Dingen oder Bildteilen im Buch in „ihrer“ Farbe zu suchen.

Gesprächsrunde
Was haben die Kinder alles gesehen? Jede Nennung wird notiert. Jetzt kommen die Illustrierten ins Spiel. Finden die Kinder auf den Illustriertenseiten auch die Dinge ihrer Gruppenfarbe, wie z.B. grüne Pflanzen, rote Tomaten oder ein blaues Meer? Die Kinder zeigen ihre Fundseiten.

Bildkünstlerische Arbeitsgruppen
Mit Hilfe der Schablonen werden die ausgewählten Objekte in der entsprechenden Größe mit einem Quadrat umzeichnet. Auf dieser Linie schneiden die Kinder Quadrate aus.

Zusammenstellen des Domino-Spiels
Die Farbgruppen treffen sich an einem großen Tisch. Eine Projektleiterin klebt ein beliebiges Stück auf die eine Hälfte eines Domino-Kartons. Nun sollen die Kinder der anderen Farbgruppen überprüfen, ob sie ein passendes Bild dazu haben. Die Kinder begründen ihre Entscheidung. Zu jedem Einzelbild wird ein möglichst passendes gefunden. Irgendwann sind alle Kärtchen beklebt. Die Kinder haben somit eigene Domino-Bildsteine hergestellt.

Domino-Spiel
Jetzt können alle Steine gemischt und verteilt werden und das Domino-Spiel kann beginnen. Die Kinder legen eine Schlange aus Domino-Kärtchen durch den Raum. Da, wo zwei Karten optisch nicht zusammenpassen, lässt sich bestimmt ein anderer gemeinsamer Aspekt finden.

Spielvariante: Bilddiktat
Dass die Bilder auch als Gesprächsanlässe bzw. Bilddiktate glänzend geeignet sind, liegt ebenfalls nahe. Jemand sucht sich aus der ganzen Welt ein Motiv heraus und beschreibt es möglichst genau, ohne es jedoch begrifflich einzuführen. Die anderen zeichnen nach dieser Beschreibung. Es geht nicht um richtig oder falsch. Legt man die entstandenen Bilder nebeneinander, entfächern sich wiederum innere Welten. Besonders in interkulturellen Gruppen kann auf diese Weise Die ganze Welt gemeinsam entdeckt und später in der jeweiligen Sprache benannt werden. Vielleicht gesellen sich auf diesem Wege „Zauberworte“ aus anderen Kulturen zu den eigenen.

> Download Projektidee "Die ganze Welt"

Aus: Von A wie Alphabet bis Z wie Zauberwort Arbeitsweisen, Erfahrungen, Ideen, Offenbarungen, Urteile - 10 Jahre LesArt, Berlin, 2003

Zu bestellen bei: Berliner Zentrum für KJL/ Weinmeisterstraße 5, 10178 Berlin

Domino-Konzept: Sigi Krowas / Jule Pfeiffer-Spiekermann

 

 

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